Bilingualität

An unserer bilingualen Gemeinschaftsschule betrachten wir die deutsche und die englische Sprache als gleichwertig. Wir arbeiten mit der Immersion als Lehrmethode für den Spracherwerb. Unsere Schüler*innen lernen im Verlauf ihrer Grund- und Sekundarschulzeit, beide Sprachen sehr gut zu beherrschen. Das bedeutet, dass sie sich in beiden Sprachen nicht nur umgangssprachlich ausdrücken können, sondern darüber hinaus in der Lage sind, Lehrbuch- und Fachtexte zu lesen und zu verstehen, in Diskussionen und Vorträgen argumentativ zu überzeugen sowie strukturierte und sprachlich korrekte Texte zu schreiben.

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Fragen und Antworten zur Bilingualität

Immersion ist derzeit die weltweit erfolgreichste Methode für den Spracherwerb.

Immersion bedeutet, in eine fremde Sprache einzutauchen. Dabei ist diese neue Sprache die Umgangssprache und Arbeitssprache, die unsere Schüler*innen in ihrem Schulalltag ganz selbstverständlich umgibt, auch wenn sie diese neue Sprache zu Beginn noch nicht kennen. Es ist beinahe so, als ob sie in einem englisch- oder deutschsprachigen Land im Urlaub wären oder zur Schule gehen würden. Die Kinder erschließen sich die neue Sprache selbst aus dem Zusammenhang, in dem sie diese gebrauchen. Dabei entwickelt sich ihre Sprachkompetenz, beginnend mit dem Verständnis, über das Sprechen von einzelnen Wörtern, Zwei- und Dreiwortsätzen, ganzen Sätzen bis hin zum Lesen und Schreiben. So erlernt jedes Kind auch seine Muttersprache.

Unsere Lehrer*innen und Erzieher*innen sind deutsche oder englische Muttersprachler*innen oder sie vermitteln die Sprache, indem sie in ihrer sogenannten Arbeitssprache auf muttersprachlichem Niveau sprechen. In der Kommunikation mit den Schüler*innen bleiben sie immer in der Mutter- bzw. Arbeitssprache und übersetzen nicht. Dieses Prinzip heißt „one teacher = one language“. Es gilt für alle unsere Mitarbeiter*innen – beginnend beim „Guten Morgen“ im Sekretariat, über den Fachunterricht und die Ganztagszeiten, bis hin zum „Bitte“ und „Danke“, wenn die Kinder ihr Mittagessen bekommen. Jede einzelne Person in unserer Schule ist ein Sprachvorbild.

Immersion funktioniert natürlich in Deutsch und in Englisch sowie in jeder anderen Sprache.

Die Sprache wird bei der Immersion nicht zum Thema gemacht, Grammatik oder „Vokabeln lernen“ stehen nicht im Vordergrund. Das Wichtigste ist das Erlebnis der jeweiligen Aktivität – ob im Unterricht oder beim Fußballspielen, Singen und Tanzen, selbst bei der Kontrolle der Hausaufgabenhefte. So wird die neue Sprache beiläufig gefördert und instinktiv gelernt.

Erzieher*innen und Lehrer*innen unterstützen alles, was sie zu den Kindern sagen, durch deutliche Aussprache, Vorsprechen, Mimik, Gesten und Bilder in geduldiger Wiederholung und eingebunden in vielschichtige spielerische und handlungsorientierte Zeitabschnitte. Die fremde Sprache wird ganz natürlich gelernt, deshalb überfordert Immersion nicht.

Immersion erfordert jedoch nicht nur Kontinuität, sondern außerdem Zeit. In unserer Ganztagsschule (bzw. vom Kindergarten bis zur 10. Klasse) mit den Ganztagsangeboten und dem Team-Teaching in der regulären Schulzeit, den Arbeitsgemeinschaften sowie der Früh- und Spätbetreuung haben die Kinder die Möglichkeit, im gesamten Tagesverlauf in die jeweils neue Sprache einzutauchen.

Der Fachunterricht wird insgesamt über die sechs Grundschuljahre bzw. über die vier Sekundarschuljahre ungefähr zu gleichen Anteilen in deutscher und in englischer Sprache unterrichtet. Der Anteil kann in den einzelnen Schuljahren variieren.

In welcher Sprache ein Fach unterrichtet wird, hängt von der Muttersprache bzw. der Arbeitssprache der jeweiligen Fachkraft ab. 
Ab Klasse 5 unterrichten wir Mathematik hauptsächlich auf Deutsch, um auf berlinweite Vergleichsarbeiten und den Mittleren Schulabschluss (MSA) am Ende der 10. Klasse hinzuarbeiten.

Um den Spracherwerb auch außerhalb des Unterrichts zu unterstützen, schaffen wir im Schulalltag, in den Pausen, beim Essen, in den Ganztagszeiten, in den Arbeitsgemeinschaften, in der Früh- und Spätbetreuung, im Ferienprogramm, am wöchentlichen Projekttag, bei Ausflügen, Klassenfahrten und im Programm Work & Travel vielfältige Sprechanlässe in beiden Sprachen.

Im Unterricht begegnen wir individuellem Förderbedarf in den Sprachen Deutsch und Englisch durch Differenzierung und Team-Teaching integrativ im Unterricht, sowohl in den Sprach- als auch in den anderen Fächern.

Mehr Informationen zum Thema Ganztag finden Sie hier.

Für Neulerner*innen der deutschen Sprache und für die Kinder, deren Eltern Deutsch nicht als Muttersprache sprechen, bieten wir Einführungskurse für „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ) an. Darüber hinaus fördern wir die Neulerner*innen integrativ im Deutsch- und Fachunterricht sowie auch im Ganztagsprogramm und in den Arbeitsgemeinschaften. Wichtig sind zunächst das Interesse und die Freude am intensiven Erlernen der deutschen Sprache und die Bereitschaft, bei allen Gelegenheiten in der Schule und im Alltag Deutsch zu hören, zu sprechen, zu lesen und zu schreiben und sich dabei aktiv einzubringen. Dazu kommen Geduld und Ausdauer beim Einsatz und bei der Übung der neuen Sprache und natürlich ganz viel Lob in der Schule und von den Eltern zu Hause.

Ja, natürlich. Immersion bedeutet, dass die neue Sprache ganz natürlich gelernt wird und überfordert deshalb auch nicht. Der Englischunterricht findet immer im Team-Teaching mit zwei Lehrer*innen statt und auch der Fachunterricht erfolgt häufig im Team-Teaching. Im Verlauf des gesamten Schultages haben die Quereinsteiger*innen viele Gelegenheiten Englisch zu hören und zu sprechen, auch bei den Ganztags- und Nachmittagsaktivitäten. Für die Quereinsteiger*innen im Englischen gilt das gleiche wie für die Kinder, die gerade erst nach Deutschland gezogen und Neulerner*innen der deutschen Sprache sind: Interesse und Freude am Englisch lernen als Startpunkt, dann Geduld und Ausdauer beim aktiven Üben und Anwenden der Sprache (so viel Englisch hören, sprechen, lesen und schreiben wie möglich – im Alltag und in der Schule) und nicht zuletzt ganz viel Lob in der Schule und von den Eltern zu Hause.