Erlebnisbericht unserer 8. Klasse vom Bauernhof

Kinder füttern Hühner

Im Rahmen unseres Work & Travel Programms durften wir den Lindhof, ein Versuchsgut der Universität Kiel, kennenlernen. Mit Bahn und Taxi haben wir in knapp vier Stunden das Schloss Noer erreicht, welches uns für 5 Tage und 4 Nächte Verpflegung und Unterkunft bot. Die Ostsee war nur 20 Minuten zu Fuß entfernt und natürlich sind alle nach der Ankunft gleich baden gegangen. Wir waren aufgeregt und voller Vorfreude, denn 3 spannende Hoftage mit jeweils 6 Stunden „Hofarbeit“ lagen vor uns.

Wir wanderten jeden Tag 3,5 km durch einen Wald und lernten am ersten Tag den gesamten Lindhof kennen. Die Kinder haben Schweine gefüttert und ihnen ein Schlammbad bereitet. Ohne Umschweife haben sich die Schweine mitten hineingelegt und man konnte ihnen förmlich ansehen, wie sehr sie es genossen haben.
Die Kinder haben sich außerdem mit dem Ernteertrag auseinander gesetzt: Wieviel Brote kann man mit dem Ertrag eines Quadratmeters eines Feldes ernten? Dazu haben sie Ähren auf einer kleinen Fläche (20*20cm2) gepflückt, die Körner gezählt, abgewogen und auf einen Quadratmeter hochgerechnet. Das Ergebnis lautete: mit einem Quadratmeter erzielt man etwa ein Kilogramm Mehl, entspricht ca. 1-2 Brote. So lernt man Mathe anschaulich und in der freien Natur macht es einfach viel mehr Spaß als im Klassenzimmer.
Anschließend haben wir Hühner gefüttert und Eier gesammelt. Außerdem haben wir gelernt, wie viel Platz einem Huhn in der konventionellen zusteht. Früher betrug der Platz für ein Huhn nur die Fläche eines DIN A4 Blattes (Käfighaltung). Heutzutage steht einem Huhn in der konventionellen Landwirtschaft nur ein Viertel DIN A4 Blatt mehr zu. Das fanden wir alle ziemlich schockierend.

Am nächsten Tag sind wir um 4 Uhr aufgestanden, denn um 5:30 Uhr hieß es Kühe melken. Wir fütterten auch die Kälbchen in der Box und konnten frisch gemolkene Milch verkosten. Es gab sogar einen Milchtest mit 5 weiteren Milchsorten. Wir haben Butter hergestellt, Körner gemahlen, eigene Brötchen gebacken und Kräutersalz hergestellt. Ihr glaubt kaum, wie lecker frisches Kräutersalz mit selbstgemachter Butter auf selbstgebackenen Brötchen schmeckt.
Im Anschluss gab es noch eine kleine Einführung in die Bienenkunde.
Zur Mittagszeit sind wir zurück zur Unterkunft gewandert und dort ins Bauernkoma gefallen. Das Mittagsschläfchen auf dem Land heißt tatsächlich so und, wie wir nun wissen, aus gutem Grund!
Später gingen wir an den Strand und bestaunten den wunderschönen Sonnenuntergang.

Am letzten Tag auf dem Lindhof durften wir zwei frischgeborenen Kälbchen Namen geben. Wir haben sie Milko und Theo getauft.
Danach mussten wir feststellen, was es für eine Sisyphusarbeit ist, auf einem Haferfeld Unkraut zu pflücken. Bei dem Unkraut handelte es sich übrigens um wunderschöne Kornblumen, dennoch haben wir recht bald das Handtuch geworfen.
Außerdem lernten wir Kartoffeln zu setzen und wurden in Bodenkunde unterwiesen. Wir haben das Prinzip der Kartoffelsortiermaschine kennengelernt, Bienenhotels gebaut und Samenbomben hergestellt, um sie in der Stadt auf karge Grünflächen zu werfen. Das fanden alle toll. Vor allem haben wir uns lange mit den Unterschieden von konventioneller und ökologischer Landwirtschaft beschäftigt.

An unserem letzten Abend haben wir am Schloss gegrillt und Abschied gefeiert. Bei der Heimreise sind wir kurzentschlossen die etwa 9 km zum Bahnhof gewandert. Wessen Idee war das eigentlich?

Wir hatten großartige, abwechslungsreiche Tage voller Aktivitäten, die wir noch nie gemacht haben und haben unglaublich viel über das Leben auf dem Land und auf einem Bauernhof gelernt. Wichtig und besonders toll war, dass wir alles mit unseren Sinnen erleben und eigenhändig ausprobieren konnten. Diese Erlebnisse und Erfahrungen werden wir so schnell nicht vergessen.

Fr. Dufft und Dr. Dennhardt mit der 8. Klasse

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